Cherry Blossom

Wenn mich etwas zu sehr deprimiert, dann muss ich an Kirschblüten denken… Der Anfang und das Ende… Die Schönheit und die Vergänglichkeit… Blut auf weichem rosa…

Manchmal frage ich mich, ob wir nicht alle zu viel verlangen. Vielleicht ist all das, was uns zumeist als viel zu wenig erscheint einfach mehr als genug und sollte nicht auf”s Spiel gesetzt werden. Doch im Beschweren sind die Menschen ohnehin Meister und das brachte mich an diesem Wochenende aus gegebenem Anlass eigentlich auf einen anderen Gedanken: Wenn wir von dem Gedanken des Karmas ausgehen (Möchte mich hiermit schon mal von jeglicher Anmaßung abgrenzen, bin ein großer Fan von Buddha), dann schießt mir bei dieser Reinkarnationsfrage, bei der die Seele ja immer wieder und wieder gereinigt wird und durch ein gutes Leben auf eine höhere Stufe im Nächsten fährt, eigentlich nur noch in den Sinn, dass das alles durchaus plausibel ist, aber… Vielleicht ist der Mensch diese unterste Stufe und ein Leben als Insekt eher eine Belohnung als eine Bestrafung für ein schlechtes Menschenleben… Denn wenn wir uns so umschauen in diesen “niederen” Zivilisationen, so bringen diese eindeutig mehr zustande, als wir es jemals vermögen… Natürlich lassen sich Parallelen finden, doch die gesamte Struktur und auch das gegenseitige Umgehen miteinander scheint viel tiefgründiger, organisierter und vollkommener zu sein als bei uns… Aber letztendlich geht es eh bei allen Lebewesen ja nur darum, seinen Samen zu verbreiten…

Und aus dem folgt ein Kind… Etwas, was ein Teil von uns ist und unser Erbe fort führt… Etwas, das nichts jemals ersetzen kann und dessen Verlust einfach so sehr deprimiert, dass nur noch Kirschblüten vor dem Augen vorbeiziehen… Denn egal, was wir alles erschufen, wir erschufen niemals eine solche Schönheit wie die eines Kindes… Oder allgemein die Wunder der Natur…

Wenn wir also jetzt gerade wirklich die niedrigste Stufe haben und uns hocharbeiten müssen, weil wir als Mücke unserer Frau fremdgegangen sind, als Fliege nicht geteilt haben oder als Biene lieber selber Honig geschleckt haben bzw. als Ameisenmännchen die Königin shclecht begattet haben, dann stellt sich die Frage, wi wir in dieser gesellschaft überhaupt die Chance bekommen wollen, wieder eine höhere Ebene zu erreichen ohne elendig zugrunde zu gehen… Egal, wie stark wir sind, wir sind zu sehr abhängig von missgünstigen und allgemein verblödeten Menschen, die uns den Boden weg ziehen können. Und wir können zwar immer aufstehen und weiter gehen, aber der Teil, der auf der Strecke bliebe dabei wird niemals wieder zurückkehren… Wenn wir schweigend warten, überrollt es uns, wenn wir es anschreien, schreit es zurück… Wir haben doch gar keine Chance… und die Momente im gras unter fallenden kirschblüten sind viel zu selten, als dass sie uns noch erretten könnten…

Und wenn wir unser eigenes Fleisch verloren, dass nicht einmal unser Fleisch war und dieses verlorene Fleisch dennoch eine Kluft ungeahnten Ausmaßes hinterlässt, wie sollen wir dann jemals wissen, wie wir das allesüberstehen sollen?

Außer mit viel Arbeit… Mit Flucht… Denn der Mensch flüchtet immer nur und zwar am liebsten vor sich selbst… Denn wer schafft es shcon noch, sich gerne im spiegel zu betrachten ohne durchzudrehen? Auf der anderen Seite ist es ein schönes Gefühl, beim eigenen Anblick durchdrehen zu können… Keine Furcht davor zu haben, wer man ist und was einen erwartet… Wie Kirschblüten im Wind… Wunderschön… Schnell vergangen… Aber immer wiederkehrend…

Danke an die Blüten, die ich nicht mehr zu sehen vermag, mir aber in ihren Momenten die Schönheit ihrer selbst zu zeigen vermochten… hr werdet nie vergessen und ewig leben… In jeder Träne, jedem Lächeln und jedem Atemzug… Und an das Kind, das nicht meines war, aber ewig meines sein wird: Ich habe dich niemals vergessen… Und werde es nie… Diese Liebe währt ewig und wird niemals vergehen!

Wenn mich etwas zu sehr deprimiert, dann muss ich an Kirschblüten denken… Der Anfang und das Ende… Die Schönheit und die Vergänglichkeit… Blut auf weichem rosa… Hilflosigkeit in Ewigkeit… Und glücklich dabei…

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